

Bei der parlamentarischen Bestuhlung sitzen alle Teilnehmenden an Tischen, die in Reihen hintereinander stehen und nach vorne zur Bühne, zum Rednerpult oder zur Leinwand zeigen. Jeder hat eine eigene Schreibfläche, alle schauen in dieselbe Richtung. Hier erfahren Sie, wie die Aufstellung funktioniert, wie viel Platz sie braucht, welche Abstände die Musterverordnung für Versammlungsstätten vorsieht und wann eine andere Bestuhlung die bessere Wahl ist.
Der Begriff beschreibt eine Sitzordnung mit Tischen in parallelen Reihen. Die Stühle stehen nur auf einer Seite des Tisches, sodass niemand mit dem Rücken zur Bühne sitzt. Wikipedia nennt als zweite Bezeichnung Klassenzimmerbestuhlung, und das Bild passt: Wer schon einmal in einem Schulraum mit Tischreihen saß, kennt das Prinzip.
Von der Reihen- oder Theaterbestuhlung unterscheidet sich die parlamentarische Variante durch genau ein Element: den Tisch. Er verändert viel. Teilnehmende können mitschreiben, Unterlagen ablegen, einen Laptop aufklappen oder ein Glas Wasser abstellen. Bei ganztägigen Tagungen ist das kein Detail, sondern die Voraussetzung dafür, dass die Aufmerksamkeit bis zum Nachmittag hält.
Das Grundmuster ist einfach, die Qualität entsteht in den Details. Eine typische Aufstellung besteht aus diesen Elementen:
Die Tischreihen stehen meist gerade. Bei breiten Räumen werden die äußeren Reihen gelegentlich leicht zur Mitte gedreht, damit die Plätze am Rand besser auf die Bühne sehen. Diese angewinkelte Variante wird häufig als Fischgrätenanordnung bezeichnet.
Aus der Praxis: Die Frontseite der Tische ist von der Bühne aus gut sichtbar. Ein Stoffbehang an der Tischkante, das sogenannte Tischskirting, verdeckt Tischbeine, Kabel und Taschen und lässt den Saal auf Fotos deutlich ruhiger wirken.
Für eine erste Einschätzung helfen Orientierungswerte. Wikipedia gibt für die parlamentarische Bestuhlung einen Platzbedarf von etwa 2 m² pro Person an. Zum Vergleich: für die Theaterbestuhlung etwa 1,3 m², für die U-Form etwa 3 m². Ein Raum, der in Reihen ohne Tische 200 Personen fasst, bietet parlamentarisch also deutlich weniger Plätze.
Verbindlicher sind die Regeln für Versammlungsstätten. Die Muster-Versammlungsstättenverordnung der Bauministerkonferenz (MVStättVO, Fassung Juli 2014) gilt nach § 1 für Versammlungsräume mit mehr als 200 Besuchern. Die Bundesländer haben daraus eigene Verordnungen gemacht, deshalb können Details abweichen. Die wichtigsten Werte der Musterfassung:
| Vorgabe | Wert laut MVStättVO | Fundstelle |
|---|---|---|
| Sitzplatzbreite | mindestens 0,50 m | § 10 Abs. 3 |
| Durchgang zwischen Sitzplatzreihen | mindestens 0,40 m lichte Breite | § 10 Abs. 3 |
| Weg von einem Tischplatz zum nächsten Gang | höchstens 10 m | § 10 Abs. 6 |
| Abstand von Tisch zu Tisch | soll 1,50 m nicht unterschreiten | § 10 Abs. 6 |
| Gänge hinter und zwischen Sitzblöcken | mindestens 1,20 m breit | § 10 Abs. 4 |
| Rechengröße für Sitzplätze an Tischen | ein Besucher je m² Grundfläche | § 1 Abs. 2 |
Der letzte Wert wird oft missverstanden. Die Verordnung ermittelt damit, wie viele Besucher ein Raum im Sinne der Vorschriften hat, etwa um zu klären, ob sie überhaupt greift. Für eine komfortable Tagung mit Unterlagen und Laptops ist das keine Planungsgröße.
Entscheidend in der Praxis ist ein anderer Punkt: Für genehmigte Versammlungsstätten gibt es einen Bestuhlungs- und Rettungswegeplan. Nach § 32 der Musterfassung darf die dort genehmigte Zahl der Besucherplätze nicht überschritten und die genehmigte Anordnung nicht geändert werden. Fragen Sie deshalb bei der Location nach, welche Bestuhlungspläne für den Saal vorliegen, bevor Sie Teilnehmerzahlen zusagen.
Hinweis: Dieser Abschnitt gibt die Musterfassung wieder und ersetzt keine rechtliche Prüfung. Maßgeblich sind die Verordnung Ihres Bundeslands, der genehmigte Bestuhlungsplan der Location und die Vorgaben der zuständigen Behörde.
Die parlamentarische Bestuhlung ist die Standardlösung für Veranstaltungen, bei denen zugehört und mitgearbeitet wird. Sie hat aber einen Preis, und der heißt Fläche.
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Schreibfläche für Unterlagen, Laptop und Getränke | Braucht deutlich mehr Fläche als Reihen ohne Tische |
| Alle Plätze mit Blick nach vorn | Austausch unter den Teilnehmenden ist erschwert |
| Komfortabel auch bei langen Programmen | Hintere Reihen sitzen weit von der Bühne entfernt |
| Tischmikrofone und Strom lassen sich sauber führen | Mehr Material, mehr Aufbauzeit, aufwendigerer Umbau |
| Wirkt geordnet und seriös | Für Gruppenarbeit und Networking ungeeignet |
Sie passt überall dort, wo ein Programm von vorne kommt und das Publikum damit arbeitet. Typische Anlässe sind:
Weniger geeignet ist sie für Workshops, in denen Gruppen gemeinsam etwas erarbeiten sollen, und für Formate mit Essen. Wer Gespräche zwischen den Gästen will, nimmt runde Tische oder eine U-Form. Wer viele Menschen auf wenig Fläche unterbringen muss und keine Schreibfläche braucht, bleibt bei Reihen.
Die Bestuhlungsarten unterscheiden sich vor allem in zwei Fragen: Gibt es Tische, und wohin schauen die Gäste? Die folgende Übersicht fasst die gängigen Formen zusammen. Die Flächenwerte stammen aus Wikipedia und sind grobe Orientierung.
| Bestuhlung | Aufbau | Stärke | Platzbedarf |
|---|---|---|---|
| Reihen / Theater | Stuhlreihen ohne Tische, Blick nach vorn | Viele Plätze auf kleiner Fläche | ca. 1,3 m² pro Person |
| Parlamentarisch | Tischreihen, Stühle auf einer Seite | Zuhören und Mitarbeiten | ca. 2 m² pro Person |
| U-Form | Tische in U-Form, innen offen | Diskussion mit Moderation | ca. 3 m² pro Person |
| Block | Ein großer Tisch oder zusammengestellte Tafel | Besprechung auf Augenhöhe | keine belastbare Angabe |
| Bankett | Gruppen an meist runden Tischen | Essen und Gespräche | keine belastbare Angabe |
Die U-Form ist laut Wikipedia nur bis etwa 40 bis 60 Teilnehmende sinnvoll. Die Blockbestuhlung eignet sich für kleine Runden, in denen alle miteinander sprechen. Die Reihenbestuhlung holt die meisten Plätze aus einem Raum, verzichtet aber auf jede Ablage.

Sobald zum Programm ein gesetztes Essen gehört, stößt die parlamentarische Bestuhlung an ihre Grenzen. Die Tische sind zu schmal für ein Gedeck, und niemand möchte beim Essen auf den Hinterkopf des Vordermanns schauen.
Viele Veranstalter lösen das mit zwei Räumen oder einem Umbau in der Mittagspause. Beides muss in der Planung stehen, denn ein Umbau braucht Personal, Zeit und Lagerfläche für das Material.
Gerade Schritt zwei wird gern übersprungen. Ein Plan auf Papier zeigt schnell, ob der Mittelgang wirklich passt oder ob die letzte Reihe hinter einer Säule verschwindet. Auf Wunsch erstellen wir maßstabsgetreue Raumpläne Ihrer Location und berücksichtigen dabei gestalterische und sicherheitstechnische Aspekte.
Für die parlamentarische Bestuhlung brauchen Sie schmale Tische, die sich zu Reihen verbinden lassen, und Stühle, auf denen man auch nach drei Stunden noch gern sitzt. Beides finden Sie in unserem Mietsortiment in Berlin.

Unser Brückentisch „Berlin“ misst 165 × 55 cm bei 75 cm Höhe. Rechnet man mit der Mindestbreite von 0,50 m je Sitzplatz, finden an einem Tisch bis zu drei Personen Platz. Weitere Modelle zeigt die Kollektion Konferenztische.
Für einen festlicheren Rahmen eignen sich die bespannten Banketttische, deren Stoffe laut Produktbeschreibung flammhemmend nach Brandschutzklasse B1 ausgerüstet sind.

Die Stühle „Noah“ und „Nele“ sind leicht, langlebig und wurden mit dem Archiproducts Sustainability Award 2022 ausgezeichnet. Vom Acrylstuhl „Glenda“ haben wir rund 800 Stück im Sortiment, genug für große Kongresse.
Wer es klassischer mag, wählt den gepolsterten Stuhl „Yra“ mit Husse in vielen Farben. Alle Modelle finden Sie in der Übersicht Eventstühle mieten.
Wir liefern Tische, Stühle und Tischwäsche, bauen nach Ihrem Bestuhlungsplan auf und holen alles nach der Veranstaltung wieder ab.
Unverbindlich anfragenPlanen Sie zusätzlich einen Stand auf einer Fachmesse, finden Sie Stehtische, Theken und Loungemöbel für den Stand auf unserer Seite Messemöbel mieten in Berlin.
Die Teilnehmenden sitzen an Tischen, die in Reihen hintereinander stehen. Die Stühle stehen nur auf einer Tischseite, alle schauen nach vorn zur Bühne oder zum Rednerpult. Eine andere Bezeichnung ist Klassenzimmerbestuhlung.
Als Orientierung nennt Wikipedia etwa 2 m² pro Person. Das ist mehr als bei Reihen ohne Tische, die mit rund 1,3 m² auskommen. Wie viele Plätze ein Raum tatsächlich zulässt, ergibt sich aus dem genehmigten Bestuhlungsplan der Location.
Die Muster-Versammlungsstättenverordnung sieht vor, dass der Abstand von Tisch zu Tisch 1,50 m nicht unterschreiten soll und der Weg von einem Tischplatz zum nächsten Gang höchstens 10 m beträgt. Die Länder haben eigene Verordnungen, maßgeblich ist die Regelung vor Ort.
Bei der Reihenbestuhlung gibt es keine Tische, dafür passen mehr Menschen in denselben Raum. Die parlamentarische Bestuhlung bietet jedem Platz eine Schreibfläche und eignet sich deshalb für Seminare, Tagungen und Veranstaltungen, bei denen mitgearbeitet wird.
Eine feste Obergrenze gibt es nicht, die Form funktioniert von kleinen Seminarräumen bis zu großen Kongresssälen. Je größer die Gruppe, desto wichtiger werden Gänge, Sicht auf die Leinwand und eine Tonanlage, damit auch die letzten Reihen folgen können.
Ja. Wir vermieten Tische, Stühle und Tischwäsche für Tagungen und Kongresse in Berlin und übernehmen auf Wunsch Lieferung, Aufbau und Abholung. Unsere Mietpreise beziehen sich auf bis zu drei Tage, längere Zeiträume stimmen wir individuell ab.
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